Das Video zur neuen Single ANGST

ANGST

In Zeiten von Selfies und Selbstinszenierung flattert das Ich unserer Generation wie ein nasses Hemd im kalten Aprilwind, aufgehängt an einer dünnen Wäscheleine: Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? Wo ist der Ort, an dem ich überhaupt über das Altwerden nachdenken kann? Wo will, wo darf ich ich selbst sein? Wie viele Likes bekommt mein nächster Post?

Eine diffuse und doch konkrete ANGST geht einher mit dem Hunger nach Liebe und Bestätigung und dem Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit. Unsere Zukunft scheint ungewiss. Nichts außer das Jetzt hat eine Daseinsberechtigung. Wir haben ANGST vor dem Einschlafen, „weil wir nicht wissen, was passiert, wenn wir aufwachen“. Doch jede durchzechte und durchfeierte Nacht hinterlässt Wunden auf dem eh schon zerschundenen Körper; der „Morgen danach, wenn das Herz laut rast“, wird nur eine weitere Narbe sein. Die Verantwortung für uns und unser Glück lastet schon seit Kindertagen schwer auf unseren Schultern. Wir tragen, wir ertragen sie, auch wenn wir unter all dem Druck fast zusammenzubrechen, uns selbst dabei verlieren und „mit offenen Augen an viel zu hohe Decken starren“. Dass wir uns dann lieber betäuben und uns im Rausch der Nacht unsere Träume bunt malen, um die Sorgen mit positiven Momentaufnahmen zu verdrängen, ist nur naheliegend – denn wir sind jung.